Et es wie et es!
Engelskirchen, 20.09.2026
Unser diesjähriger Ausflug führt uns nach Köln.
Die Anfahrt mit der RB25 ist um 09:37 Uhr ab Bahnhof Ründeroth und um 09:45 Uhr ab Bahnhof Engelskirchen geplant, so dass wir um 10:36 Uhr in Köln eintreffen sollten.
Der Bürgerbus mit den Koffern erreicht pünktlich unsere Unterkunft, das Maternushaus. Nur wir 28 Zugreisende kommen eine gute Stunde später in Köln an.
„Et hätt noch schlimmer kumme künne“.
Dafür erwartet uns ein leckeres „Rastplatzfrühstück“ im Innenhof des Maternushaus, worauf wir die beschwerliche Anfahrt schnell vergessen.
Dankeschön Simone und Magdalene!
Gestärkt teilt sich die 32-Personen große Gruppe in 3 kleinere Gruppen auf.
Gruppe 1 – geführt von Karl Albert Korn – wird über die 10 Kölsche Gebote aufgeklärt, da für den Kölner die zehn biblischen Gebote wohl nicht ausreichen. Mit amüsanten Anekdoten geht’s durch die Altstadt, wobei uns die kölsche Lebensart und Philosophie nähergebracht wird.
„Et bliev nix wie et wor“.
Gruppe 2 – wagt sich per Bau-Aufzug in schwindelerregende Höhe auf das Dom-Dach.
Vom Vierungsturm haben wir einen guten Überblick auf das Rheintal. Überwältigend ist auch der Dachstuhl und ganz nah kommen wir an „Pitter“ heran, dessen Klang wir ansonsten nur aus der Ferne hören. „Et hät noch immer joot jejange“ wenn nebenan der Glockenschlag erklingt.
Gruppe 3 – begibt sich in die Tiefe zur Dom-Schatzkammer-Führung.
In den mittelalterlichen Gewölberäumen unter der Domsakristei sind kostbare Reliquiare, liturgische Geräte und Textilien vom 4. bis zum 20. Jahrhundert zu sehen. Es glänzt und funkelt, da wird’s einem schon leicht schwindelig.
Im mittelalterlichen Sakristeikeller sind Insignien der Erzbischöfe sowie liturgische Geräte und Textilien zu sehen. In der Heiltumskammer werden die wichtigsten Reliquien des Kölner Domes aufbewahrt. Weitere Räume widmen sich der Dreikönigenverehrung, den frühmittelalterlichen Frankengräbern und mittelalterlichen Skulpturen. „Mer muss och jünne könne“.
Nach einem schnellen Kölsch im „Gaffel am Dom“ geht es gemeinsam mit der KVB nach Melaten, um hier der Führung von Manfred Schumacher mit amüsanten Anekdoten und Fakten zu lauschen.
Der 435.000 m² große Friedhof ist, gemessen an der Zahl der 55.540 Grabstätten, der größte Friedhof in Köln. Wir sehen die imposanten Gräber der Familien Farina, Imhoff, Millowitsch und vielen weiteren, sowie das nett geschmückte Grab von Dirk Bach. Nach gut 1,5 Stunden geht es mit der KVB zurück zum Maternushaus.
Dank der guten Vorbereitung geht der Check-In schnell, so dass wir pünktlich zum Abendessen im Clubraum 1 eintreffen. Das Abendbuffet ist ausgezeichnet und in der Bar lassen wir den Tag ausklingen.Nur die Kegelbahn lassen wir links liegen „Wat wells de maache?“
Sonntagmorgen ist für uns der Raum „Kornfeld“ im Maternushaus reserviert. Bevor wir uns an das reichhaltige Frühstücksbuffet begeben, werden die Mäuse im „Kornfeld“ gesucht. Mit ein paar Tipps gelingt auch fast allen, sie zu finden.
Gut gestärkt geht ein Teil unserer Gruppe mit Frau Ulli Reck auf die amüsante Erkundungstour „Liebe, Lust und Fisimatenten“. Wir tauchen in die Welt der Kuriositäten ein und erfahren, was sich über zwei Jahrtausende hinweg zwischen Frömmigkeit und Genuss in der Domstadt abgespielt hat. Von leidenschaftlichen Festen und pikanten Affären ist die Rede. Äußerst interessant sind natürlich die überraschenden Rollen, die die Geistlichen dabei gespielt haben und die historischen Schauplätze, wie dem Bordell „sconvrouwe“ (Schöne Frauen), welches sehr nahe am Dom gelegen war.
Diese unterhaltsame Zeitreise der sinnlichen und teils verborgenen Facetten der Kölner Lebenswelt lässt uns des Öfteren schmunzelnd die Stadt neu entdecken.
Der zweite Teil der Gruppe nimmt an der Führung „Eigelstein“ mit Manfred Schumacher teil.
Der Eigelstein stellte als nördliche Verlängerung des städtischen Cardo maximus einen Teil der römischen Heerstraße (heute Bundesstraße 9) dar, die von Köln zum Legionslager nach Neuss führte. Hierüber marschierten die römischen Legionen bei ihren Verlegungen zwischen Köln und dem Niederrhein. Noch bis zum 17. Jahrhundert taucht der Name „platea aquilina“ (Adlersgasse) auf. Die französischen Besatzer verwendeten stattdessen die Bezeichnung rue de l’aigle (Adlerstraße). Trankgasse, Marzellenstraße, Eigelstein sowie im weiteren Verlauf die Neusser Straße markieren noch heute die gradlinige Trasse der römischen Limesstraße. Ein römisches Grabgelände säumte die Gegend um diese Heerstraße. In dieser Gegend waren wegen besonders reinem, diluvialen Sand in vorclaudischer Zeit (Mitte des ersten Jahrhunderts n. Chr.) die ältesten Glashütten der Stadt Köln angesiedelt. In den Häusern Eigelstein Nr. 14 und Nr. 35–39 wurden Überreste von 17 runden und rechteckigen Glasöfen nachgewiesen.
Die lange umstrittene Namensherkunft „Eigelstein“ scheint geklärt: Lange Zeit sollte der Name entweder vom lateinischen aquila (Adler), dem Wappentier der römischen Legionen, oder von rue de l’aigle, dem Straßennamen aus der französischen Besatzungszeit ab 1794 abstammen. Allerdings befanden sich seinerzeit an der Limesstraße Friedhöfe, auf deren Grabmälern häufig steinerne Pinienzapfen als Symbol der Unsterblichkeit angebracht waren: Diese sahen für die Kölner aus wie Eicheln, also nannte man sie „Eychelsteyne“. Der wenig urbane Charakter der Gegend wird noch 1655 bestätigt, als Rechtsfragen im Zusammenhang mit einem am Eigelstein gefangenen Hirsch auftauchten. „Quelle: Wikipedia-Wiki-Eigelstein“
Nach so viel Bildung haben wir uns einige Kölsch sowie „Halve Hahn“ bzw. „Kölsche Kaviar“ verdient bevor es zum Schiffs-Anleger Nr. 10 ans Rheinufer geht.
Vorausschauend sind Plätze im Innenbereich für uns reserviert und Kaffee und Kuchen stehen auch schon bereit. Pünktlich um 13:45 Uhr geht es los zur Kölner Hafentour und der angekündigte Regen setzt ein. Aufgrund des Niedrigwassers kann das Schiff leider nicht in die Häfen Rheinauhafen, den Deutzer Hafen und den Mühlheimer Hafen einfahren. Nur der Container Hafen Niehl ist befahrbar und hier zeigt sich auch ein wenig die Sonne, so dass wir eine gute Sicht auf die Anlagen und Container haben. „Et kütt wie et kütt“.
Um 17:00 Uhr endet die Rundfahrt unterhalb des Musical Doms.
17:24 Uhr Rückfahrt mit der RB 25 ab Hauptbahnhof, Gleis 10 A-B - vom Bahnsteig aus winken wir unseren Koffern hinterher, die sich mit den Bürgerbussen zurück nach Engelskirchen und Ründeroth begeben. Und wir steigen tatsächlich pünktlich in den Zug und kommen fast gleichzeitig mit unseren Koffern an.
Was für ein toller Ausflug, der von Hans und Georg, mit Unterstützung von Magdalene, Simone und Konny, ausgezeichnet geplant und organisiert war. Vielen Dank! – Darauf ein Dreifaches Alaaf Alaaf Alaaf!
Jede Jeck es aners
("Jeder Narr ist anders")
Schade, dass nicht jeder so ist wie wir!
Text: Petra Voll
Bilder: Jürgen Keck, Wolfgang Hess, Georg Miebach






